Collaboration

1 Jahr im Home-Office – Wie COVID-19 den Workflow und das Privatleben beeinflusst.

Mary Ann Hoffmann

Was kann man aus einem Jahr Isolation und Home-Office lernen?
Kürzlich wies mich eine Kollegin auf einen interessanten Artikel zum Thema „12 Monate Remote-Work und Trends für künftige Arbeitswelten“ hin. Um mich weiter in das Thema einzulesen, habe ich meine Recherche vertieft und mir selbst Gedanken dazu gemacht, wie sehr sich ein Jahr mit COVID-19 eigentlich auf mich persönlich ausgewirkt hat. 

Die Pandemie, Home-Office und das Privatleben

Die Auswirkungen von COVID-19 beschränken sich nicht nur auf unser Arbeitsleben, sondern haben auch unser Privatleben beeinflusst. Die Art und Weise wie wir unseren Tätigkeiten nachgehen, hat sich verändert. Wir sind mehr denn je in den eigenen vier Wänden. Die Zeit, die wir sonst mit dem Weg zur Arbeit verbracht haben, können wir anders nutzen, denn der Weg von der Küche ins Home-Office ist nicht allzu weit.  Auch wenn die Pandemie uns in manchen Bereichen einschränkt, bietet sie uns doch neue Möglichkeiten, wie mehr Zeit, die wir mit unseren Liebsten verbringen können oder neue Hobbys, die wir aufgreifen können. Eine Umfrage, auf die ich während meiner Recherche gestoßen bin, hat mich nicht mehr losgelassen: 

  • 49 % der Menschen, die in einer Partnerschaft leben, geben an, dass die Arbeit von zu Hause die Beziehung zu ihrem Partner verbessert hat. 

  • 57 % der Remote-Arbeiter sagen, dass sie während virtueller Meetings eher Multitasking betreiben, als vor der Pandemie. 

  • 33 % der Online-Angestellten sind morgens weniger als 20 Minuten wach, bevor sie mit der Arbeit beginnen. 

  • 46 % der Befragten gaben an, dass ihre Arbeitsbelastung während der Pandemie gestiegen ist. 

Dann erkannte ich plötzlich meine Kollegen und mich in diesen Befragungsergebnissen und habe mich gefragt: 

  • Waren wir im letzten Jahr plötzlich alle auf der Produktivitäts-Überholspur unterwegs?  

  • Sind wir zu 57 % mehr mit Multitasking während Besprechungen beschäftigt?  

  • Hat die Pandemie nachweislich nicht nur unser Arbeitsumfeld, sondern auch unsere Arbeitsweise verändert? 

 

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Wie sich die Veränderungen auf meine KollegInnen und mich ausgewirkt haben

Zu folgenden Ergebnissen bin ich in unserem Team gekommen: 

  1. Wir sind auditiver unterwegs: Durch die andauernde Online-Meeting-Situation hören wir doch manchmal das eine oder andere „Geht schon“ genauer raus und konzentrieren uns stärker auf die Aussagen unseres Gegenübers im Meeting. Wir lesen und hören vermehrt zwischen den Zeilen. 
  2. Wir sind flexibler geworden! Das Wort „Work-Life-Balance” bekam 2020 eine ganz neue Bedeutung. Eltern leiteten im Home-Office Workshops zwischen Kinderspielzeug und Hundefressnapf. Auch Arzttermine und Fitnesszeiten waren plötzlich möglich, ganz ohne schlechtes Gewissen! Schließlich konnte man sich ja in Rekordzeit ein eigenes Homegym bauen oder auf verschiedene Online-Angebote zurückgreifen. 

  3. Wir sind produktiver geworden. Ein Zitat unseres CEOs Uwe Bergmann aus einem Meeting in 2020 blieb mir im Gedächtnis: „Wir sind trotz Pandemie produktiver und es gibt insgesamt weniger Krankenstand“. Das fand ich beeindruckend. Meine Schlussfolgerung daraus: der/die eine oder andere KollegInn macht einfach mal eine „Pause am Arbeitsplatz/im Homeoffice“, um einfach mal durchzuatmen und um fit und gesund zu bleiben. Oder aber durch die Zeitersparnis, da ja die Fahrt ins Büro wegfällt, bleibt auch einmal Zeit sich zu entspannen und zu erholen. 

  4. Wir betreiben deutlich mehr „Multitasking“. Ob beim Teammeeting noch schnell dem Kunden die Antwort per Mail geschrieben wird oder mitten im Meeting eine Themenrecherche im Internet erfolgt – wir machen jetzt weniger “Step by step” als vielmehr alles gleichzeitig. Ob das auf Dauer gut sein kann, wird sich weisen. 

  5. Interessant finde ich Veränderungen in den zwischenmenschlichen Beziehungen: Mittlerweile mache ich teilweise in der Mittagspause einen Schwatz mit einer Freundin um die Ecke. Der Umkreis an Menschen und Begegnungen wurde in der Pandemie und durch Home-Office zwar kleiner, aber insgesamt hochwertiger – aufs Wesentliche reduziert. Man ist nicht mehr hin- und hergerissen zwischen dem Team-Bowlingabend nach Feierabend und der Partycrew im Nachtklub. 

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Stefan Emrich hat eine ganze Blog-Serie zum Thema “Homeoffice in Zeiten von Corona mit Microsoft Teams” verfasst. Sie wollen mehr zu diesem Thema wissen? Dann starten Sie mit Teil 1.

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Fazit

Zusammengefasst: Ich denke jetzt deutlich anders über das Thema Home-Office als noch vor zwei Jahren. Damals war es für mich eine Art Fluchtmöglichkeit vom Bürotrubel oder ein Rückzugsort bei Unwohlsein. Viele Dinge, die man über das Home-Office sagt, haben sich aber bestätigt:  zum Beispiel das selbstbestimmte Arbeiten, die flexible Zeiteinteilung und eine Erleichterung in der Vereinbarkeit von Privat- und Berufsleben.  

Mein Resümee zum Thema „1 Jahr Home-Office“ fällt daher eher positiv gestimmt aus. Außerdem bin ich gespannt, wie sich unsere zukünftige Arbeitswelt noch entwickeln wird. Besonders spannend werden wohl die Hologramme sein, die uns regelmäßig im Home-Office besuchen werden. Mit Microsoft Mesh ist es Microsoft nämlich gelungen, durch holografische Abbilder miteinander lernen und arbeiten zu können. Quasi von virtuell (Video) zu real (Holografie). Damit fühlt sich die Zukunft gar nicht mehr so weit entfernt an.  

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Author:
Mary Ann Hoffmann
Consultant Modern Workplace