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Microsoft PowerApps: Unterschiede zwischen Canvas Apps und Model Driven Apps

Andreas Thumfart14.02.2019
COSMO-CONSULT-Blog-PowerApps

Mit PowerApps hat Microsoft vor einiger Zeit die Möglichkeit geschaffen, einfach und unkompliziert zum App-Entwickler zu werden. Denn die Lösung ermöglicht es, dass Fachmitarbeiter gänzlich ohne Programmierkenntnisse Apps entwickeln können, welche dann über Mobilgeräte wie Smartphones oder in einem Browser ausgeführt werden können.

Doch App ist nicht gleich App, in diesem Beitrag geben wir daher einen Überblick über die unterschiedlichen App-Technologien von Microsoft PowerApps.

Vergleich Canvas Apps versus Model Driven Apps

Microsoft bietet im Rahmen der PowerApps zwei verschiedene Modelle, beziehungsweise Herangehensweisen, um Apps zu erstellen. Die beiden Modelle könnten dabei technisch kaum unterschiedlicher sein. So unterscheidet sich einerseits die Datenbasis, mit der diese Apps arbeiten, sowie andererseits die Benutzeroberfläche. Auch die Komplexität der Anwendungen ist unterschiedlich, je nachdem, mit welchem Modell gearbeitet wird.

Welche konkreten Unterschiede es gibt, zeigt der folgende, kurze Überblick:

Canvas Apps

Beschreibung

Einfache Apps auf Basis von Office 365 oder Dynamics 365. Über vordefinierte und erweiterbare Datenquellen kann auf unterschiedliche Systeme zugegriffen werden.

Können im Browser oder auf mobilen Endgeräten verwendet werden.

Umsetzung

Canvas Apps können im PowerApp Studio erstellt werden. Dazu sind keinerlei Programmierkenntnisse erforderlich. Man sollte sich aber mit Excel Formeln auskennen. Know-how in Bezug auf die Entwicklung von Web- oder Anwendungs-Oberflächen ist ebenfalls von Vorteil.

Mit Canvas Apps lassen sich sehr schnell einfache Apps entwickeln, welche dann sofort genutzt werden können. Der Zugriff auf Daten in Office 365 oder Dynamics 365 ist out-of-the-box möglich und erfordert keine zusätzliche Programmierung.

Anwendungsszenarien

Apps mit Daten aus unterschiedlichen Quellen wie Office 365, Dynamics 365, SQL Datenbanken oder einem der über 200 Konnektoren.

Für Apps die in erster Linie auch auf mobilen Geräten verwendet werden sollen.

In erster Linie einfache Apps mit spezifischen Anwendungen. Zum Beispiel eine einfache Ticketing App für den IT Helpdesk. Oder eine Anwendung zur Urlaubsbeantragung und -freigabe.

Lizenzierung

  • PowerApps Plan 1
  • PowerApps for Office 365 enthalten in diversen Office 365 Plänen

Model Driven Apps

Beschreibung

Entwicklung von Apps auf Basis des Common Data Service (CDS). Werden im Kontext von Dynamics 365 ausgeführt.

Anpassungen über Customizing und JavaScript möglich.

Umsetzung

Model Driven Apps bieten mehr Entwicklungs- und Anpassungsmöglichkeiten, womit man auch komplexe Apps erschaffen kann. Model Driven Apps erfordern aber auch mehr technisches Know-how.

Die Funktionen von Model Driven Apps sind mit den Funktionen von Dynamics 365 Customer Engagement vergleichbar. Von Benutzerrollen, über die Exchange Integration bis zu Business Process Flows.

Das bedeutet aber auch, dass die Benutzeroberfläche vorgegeben ist.

Anwendungsszenarien

Komplexe Business-Anwendungen auf Basis des Common Data Service und relationalen Datenmodellen, sowie zur Abbildung von Geschäftsprozessen.

Ideal wenn Dynamics 365 im Unternehmen im Einsatz ist, da das UI dem Unified Client von Dynamics 365 entspricht.

Lizenzierung

  • PowerApps Plan 2
  • enthalten in Dynamics 365 Enterprise Plänen

Maximaler Output aus Daten durch Workflows

Microsoft Flow bietet weitere Möglichkeiten, um Aktionen in den Office 365 und Dynamics 365 Anwendungen, zu automatisieren und daraus simple Workflows zu erstellen. Im Zusammenspiel mit den PowerApps können dann aus einer App heraus sogenannte Flows gestartet werden um Daten an Systeme zu übergeben oder um auf Daten anderer Systeme zuzugreifen. Mit Flow können Nutzer beispielsweise eine sichere Verbindung mit lokalen Daten und cloudbasierten Diensten herstellen, sodass sie maximal von bereits vorhandenen Daten profitieren.

Canvas Apps

Canvas-Apps

Model Driven Apps

Model-Driven-Apps

Jede Menge Konnektoren zu den verschiedenen Datenquellen

Konnektoren, nicht nur zu Microsoft Anwendungen in Office 365 und Dynamics 365, sondern auch zu Drittanwendungen wie Dropbox, Github, Slack, Salesforce oder auch Twitter.

Model Driven Apps verwenden wiederum als Basis das Common Data Service. Dabei können auch in diesem Fall die verschiedenen Konnektoren eingesetzt werden um weitere Systeme anzubinden.

Sinnvolle Erweiterung oder wieder eine neue Plattform?

Im Zuge eines derartigen Projekts kann sich allerdings durchaus die Frage stellen: Wird mit PowerApps nicht wieder eine komplett neue Plattform geschaffen, welche unabhängig von allen vorhandenen Tools im Unternehmen arbeitet?

Die simple wie auch kurze Antwort darauf lautet nein. Denn PowerApps lassen sich bereits heute in SharePoint integrieren und werden dementsprechend auch für die Anpassung von Formularen in SharePoint Listen verwendet.

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Über den Autor: Andreas Thumfart

Andreas Thumfart ist Consultant bei COSMO CONSULT in Wien (vormals FWI Gruppe). Seine berufliche Laufbahn begann er als Web Developer bei ecx.io in Wels. Danach war er als SharePoint Consultant bei smartpoint IT Consulting in Linz und Wien tätig. Er absolvierte das Bachelorstudium Marketing und Electronic Business an der FH Steyr und studiert derzeit berufsbegleitend Unternehmensführung an der Fachhochschule Wien der WKW.

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