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Kunststoffverpackungen - zu Unrecht verteufelt?

Stefan Riedl04.10.2018
ERP: Kunststoffverpackungen

Kunststoffverpackungen - zu Unrecht verteufelt?

Kunststoffverpackungen sind derzeit weltweit starker Kritik ausgesetzt. In vielen Medien wird mehr über ihren negativen Einfluss auf die Umwelt berichtet als über ihren Nutzen. Zahlreiche Aktionen von Sportveranstaltungen bis zu Handelskonzernen und nicht zuletzt auch von Gesetzgebern weisen auf die Gefahren durch Kunststoffverpackungen hin und versuchen den Gebrauch zu reduzieren.

Tatsächlich sind Kunststoffverpackungen, die unkontrolliert und in zu großem Umfang in die Umwelt gelangen, eine Gefahr. Der Müllteppich im Pazifik besteht zu einem guten Teil aus alten Kunststoffverpackungen. Die Gefahr für Fauna und Flora ist evident.

Kunststoff hat auch Vorteile

Tatsächlich haben Kunststoffverpackungen aber auch positive Aspekte und diese werden nicht so oft diskutiert wie die Negativen. Kunststoffverpackungen schützen Lebensmittel und machen sie länger haltbar bzw. frisch. Dadurch müssen weniger verdorbene Lebensmittel weggeworfen werden und somit weniger produziert werden. Auch andere Dinge, wie technische Geräte oder sogar Autos werden durch Kunststoffverpackungen geschützt oder beim Transport gesichert.

Alternative Verpackungsmaterialien sind Glas, Metall oder Papier. Diese haben gegenüber Kunststoffverpackungen aber in vielen Fällen gravierende Nachteile wie höheres Gewicht, geringerer Schutz oder höherer Preis. Beispielsweise verbraucht Glas viel Energie bei der Schmelze und ist durch sein hohes Gewicht und Volumen nicht ideal für den Transport. Biokunststoffe müssen zudem auch angepflanzt werden und belasten die Umwelt so durch Wasserverbrauch oder Verschmutzung durch Dünger. Verbundstoffe sind echte Alternativen und werden zumindest in vielen Bereichen bereits eingesetzt.

Die Menschheit muss sich an der Nase nehmen

Der Müllteppich im Pazifik und der Kunststoffmüll, an praktisch allen Stränden, ist menschengemacht. Müll und alte Kunststoffverpackungen werden einfach weggeworfen und gelangen über die Flüsse in das Meer. Manche Gegenden sind mehr belastet als andere, für den Müllteppich im Pazifik tragen die Meeresströmungen den Müll aus allen Himmelsrichtungen zusammen. Etwas muss getan werden. Vermeidung ist eine Möglichkeit. Recycling ist eine andere.

Abfallhierarchie beachten

Ein funktionierendes Recyclingsystem ermöglicht die Wiederverwertung von Kunststoffverpackungen auf verschiedene Arten. Gesammelte Kunststoffverpackungen werden in Österreich und Deutschland nicht mehr vergraben, sondern als Ressource geschätzt.

Durch effektives Recycling wird Material für neue Produkte gewonnen. In Deutschland zum Beispiel werden 50 % aller Kunststoffverpackungen recycelt. Wo das nicht möglich ist, können Kunststoffverpackungen auch thermisch verwertet werden und an Stelle von Öl in Energie umgewandelt werden. Tatsächlich bestehen Kunststoffverpackungen aus Öl.

Bei der Bewertung von Kunststoffverpackungen und ihren Auswirkungen auf die Umwelt ist es deshalb vor allem wichtig, wie sie verwendet werden. Für die Entsorgung gilt wie immer die Abfallhierarchie:

  1. Vermeiden
  2. Wiederverwerten
  3. Recycling
  4. Verwertung und
  5. Beseitigung.

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Unsere ERP-Branchenlösung cc|environmental services deckt Kunststoff-Recyclingprozesse ab. Ebenso hilft sie aber auch bei der Verwertung und umweltgerechten Beseitung von Kunststoffen.  

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Über den Autor: Stefan Riedl

Stefan Riedl ist Partner Manager & Senior Sales Consultant bei COSMO CONSULT in Steyr (vormals FWI Gruppe). Seine berufliche Laufbahn begann als ERP-Consultant. Er hat in zahlreichen Implementierungsprojekten die Systeme BaaN, IFS und Axapta bei internationalen Firmen eingeführt und betreut. Als langjähriger Projektmanager hat er große Projektteams gesteuert und Projekte erfolgreich abgeschlossen. 

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