Data & Analytics

KPIs optimieren mit Business Intelligence, oder: Warum eine Sachertorte nie ein Schnitzel wird

Alfred Grünert06.10.2016

Wir handeln nach den Informationen, die wir haben. Sachverhalte, die uns berichtet werden, sind die Zutaten unseres Handelns. Wenn wir Mehl, Milch, Zucker, Eier und Schokolade bekommen, werden wir Sachertorten als Ergebnis liefern. Auch wenn höher gelegene Stellen toben, es werden keine Schnitzel werden, auch mit umfassenden Schulungen nicht.

Wer Umsatz liest wird Umsatz liefern, nicht den Deckungsbeitrag optimieren. Wer Deckungsbeitrag liest wird diesen liefern, nicht das EGT optimieren. Was dem Unternehmen wichtig ist wird berichtet, gemessen und bestaunt, der Rest verwirrt nur alle Beteiligten.

Heute werden Key Performance Indikatoren (KPI) oft mit Branchenkennzahlen verwechselt. Wenn der Vertrieb den Umsatz reporten muss, wird dieser optimiert werden. Wenn die Rede von Cash-Flow und Deckungsbeitrag ist, werden diese automatisch verbessert, weil sie ins Zentrum der Aufmerksamkeit rücken.

KPI kann nur optimiert werden, wenn er im Einfluss des zu Steuernden liegt

Dieser Punkt schließt nahtlos an oben Gesagtes an. Eine vorgegebene Steuerungsgröße ist nur dann eine solche, wenn Sie im Einfluss des zu Steuernden liegt. Was nützt die schönste EGT-Vorgabe, wenn Umlagen unbeeinflussbar schwankend auf diese einwirken. Die Ergebnisse müssen für den Handelnden beeinflussbar sein. Der CNC-Fräser steht für die Ausschussquote gerade, der Disponent für die Termintreue, usw. Die Kumulation dieser Verantwortungen über die Werttreiber nach oben liefert die (hoffentlich gewünschten) KPI. Der CEO erklärt am Ende Cash und Ergebnis in der Hauptversammlung.

Cui bono: Wem nutzt es?

Eine gute Frage vor dem Start eines Business Intelligence-Projektes. So banal es klingt, dieser Hintergrund des Projektes darf nie den Fokus verlieren. Nehmen wir den einfachen Fall eines Unternehmens mit einem Return on Sale von 10%, das ein BI-Projekt mit einer Investitionssumme von 1.000 Euro durchführen möchte. Dann muss dieses Unternehmen – in einem einfachen Fall unter Weglassung jeglicher Kosteneinsparungen oder weiterer Betriebswirtschaftslehre – den Umsatz auf 10.000 Euro erhöhen um wieder bei Null anzukommen.

Business Intelligence ist am Ende des Tages Wissen für Entscheidungen – nicht mehr, aber auch nicht weniger!

Sind die Mittel probat?

Wenn jemand mit Big Data Algorithmen unter Zuhilfenahme von Google RSS Feeds die Anzahl der Pflastersteine am Kundenparkplatz asymptotisch annähere ist das spannend, aber wenig hilfreich (und einfacher lösbar).

Es ist sicherlich erfreulich, wenn ein staatlicher Handyprovider in Afrika unter Zuhilfenahme von Big Data beobachten kann, wie bei einer Epidemie die Betroffenen in die Städte, auf der Suche nach Impfstoffen und ärztlicher Hilfe, pilgern. Auf den zweiten Blick muss man aber sagen, dass diese Bewegung bei faktisch jeder Epidemie passiert und die Mittel für die Informationsgenerierung besser in Impfstoffe oder Infrastruktur investiert wären. In diesem Falle ist wirklich mit Kanonen auf Viren geschossen.

Besser das Wesentliche richtigmachen, statt Vieles fragwürdig

Am Beginn steht die richtige Aussage! Cash, EGT oder Umsatz sind gute Startpunkte. Wer mit komplizierten Prozesskostenaussagen losstarten will, um seinen eigenen wissenschaftlichen Ansprüchen zu genügen, wird eine BI-Initiative schon vor dem Startschuss versenken. Wenige richtige Aussagen stärken das Vertrauen in Business Intelligence und ebnen den Weg für mehr.

Mit bekannten Werten starten

Der richtige Weg ist es bekannte und anerkannte Werte und Aussagen mittels BI automatisiert, rascher und einfacher zu generieren. Wer versucht im ersten Schritt neue Erkenntnisse zu erschaffen wird scheitern, oder besser gesagt: Er wird gescheitert werden! Das gilt natürlich umso mehr, wenn das BI-Projekt dazu dient eigene Thesen zu beweisen oder andere ins Unrecht zu setzten.

BI-Initiativen stets mit bekannten KPIs starten. Also mit Informationen, die bereits im Unternehmen vorhanden sind. Geben Sie Ihrem BI-Projekt „Grundnahrungsmittel“ wie Cash, EGT oder Umsatz-Analysen zum Start, richtige Aussagen stärken das Vertrauen in BI sind somit ein guter Ausgangspunkt für schnelle Erfolge und die Akzeptanz der Software. …wenn doch mit Mehr, Milch, Zucker und Co auch so schnell eine Sachertorte gezaubert wäre! ;-)

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Über den Autor: Alfred Grünert

Alfred Grünert ist Operations Manager BI und am Standort Wien der COSMO CONSULT (vormals FWI Gruppe) tätig. Seine berufliche Karriere begann an der Wirtschaftsuniversität Wien. Absolvent in Revision und Rechnungswesen, wo er nach seiner Berufsanwärterzeit mehrere Jahre als Steuerberater und Wirtschaftstreuhänder tätig war. Seinen Übergang zur Unternehmensberatung markierte die Gründung und der Aufbau eines eigenen BI-Unternehmens, welches er über 10 Jahre führte. Seit 2011 leitet er den Bereich Business Intelligence in der COSMO CONSULT.

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